Freitag, 20. Juli 2018
Notruf: 112

Katastrophenschutz Übung

Rund 300 Einsatzkräfte bei Großübung in Pöttmes

 Folgendes Szenario wurde gespielt : Ein Pilot war auf dem Flugplatz in Augsburg - Mühlhausen mit seiner Cessna  gestartet. Wenig später streifte er mit dem Rumpf seines Flugzeuges das Dach des Caritas-Pflegeheims Sankt Hildegard in Pöttmes und prallte anschließend in die Fassade der Mittelschule, wo das Wrack vor dem Haupteingang liegen geblieben ist. Wie sich später heraus stellte, handelte der Mann Offenbar in selbstmörderischer Absicht, wie in einem Abschiedsbrief zu entnehmen war. Laut diesem Schreiben das er hinterlassen hatte, bestand der Verdacht, dass an Bord der Maschine ein Pflanzenschutzmittel ist das bei einem Brand giftige Wirkung entfaltet, dies bestätigte sich aber im Laufe der Ermittlungen nicht. Aichachs Polizeichef Erich Weberstetter, informierte daraufhin die Kollegen der Kripo.

Als ob dies alles nicht schon schlimm genug gewesen wäre entwickelte sich durch den Vollbrand starker Rauch, der auch auf das Dach der Schule übergriff. Dadurch entstand akute Explosionsgefahr, weil just in diesem Moment ein Tanklastzug der Firma Eitelhuber stand, der gerade die Heizöltanks der Mittelschule befüllte. Zudem hatte der Tanklaster auch noch einen Anhänger, voll mit Benzin dabei. Durch den Absturz der Maschine, hatte die Tragfläche beide Tanks beschädigt, so dass mehrere Tausende Liter Treibstoff ausliefen. Vieles davon versickerte im Erdreich und eine unbekannte Menge floss in die Kanalisation. Im Laufe des Vormittags gingen bei der Leitstelle in Augsburg dadurch vermehrt Anrufe von Bürgern aus Pöttmes ein die starken Benzingeruch gemeldet hatten. Dadurch musste das gesamte Kanalnetz bis hin zur Kläranlage überprüft werden.

Das ausgelaufene Benzin verteilte sich unter anderem auch in den Kellerlichtschächten der Schule und verursachte ein explosives Gemisch. Auch der Strom viel in weiten Teilen der Gemeinde aus, was zur Folge hatte, dass Personen im Aufzug des Bürger- und Sozialzentrums stecken blieben. Hier mussten die Bewohner evakuiert werden. In der Schule befanden sich außerdem drei Schulklassen, die die anstehende Weihnachtsfeier vorbereiteten. Die Schüler von zwei Klassen mussten von den Kräften der Feuerwehr aus dem zweiten Stock mit der Drehleiter befreit werden da sie durch eine herabstürzende Decke eingeschlossen waren. Die dritte Klasse konnte kurz nach dem Unglück von dem Gebäude fliehen, wobei einige Abgängig waren und gesucht werden mussten.

Eine Vollübung in der Größenordnung findet im Landkreis nur alle sechs Jahre statt, damit alle Rettungskräfte der Region das Zusammenspiel Gemeinsam trainieren können. Feuerwehren aus Aichach, Pöttmes, Schorn, Wiesenbach, Handzell, Gundelsdorf, Pichl-Binnenbach, Aindling, Hollenbach, Inchenhofen, Ebenried, Kühnhausen, Osterzhausen und Schnellmannskreuth, die Helfer des Roten Kreuzes, des Malteser Hilfedienstes, des Technischen Hilfswerks, der Polizei und der Notfallseelsorge, Psycho Soziale Notfall Versorgung waren über fünf Stunden im Einsatz

Die Feuertaufe bei diesem Großeinsatz hatte, Kreisbrandrat Christian Happach der die Gesamtleitung innehatte. Unterstützt wurde er von seinen beiden Inspektoren, Klaus Hartwig und Franz Hörmann. Mit den Mitarbeiter des Katastrophenschutzes des Landratsamtes wurden die Aufgaben koordiniert. Auch die Vertreter der Regierung von Schwaben überwachten die Ernstfallübung von Anfang bis zum Ende. Unterstützt von der Jugendfeuerwehr die die verletzten Schüler spielten, bis hin zu den Heimbewohnern, die ihr Frühstück stehen Liesen um den Anweisungen des Rettungstrupps der Feuerwehr Folge zu leisten, machte diese Übung nahezu zu einem realen Einsatz.

Landrat Klaus Metzger und sein Stellvertreter Manfred Losinger, die beiden am frühen Morgen schon Anwesend waren, sind aufmerksame und ständige Beobachter gewesen. Metzger bedankte sich bei allen Rettungskräfte die ihre Zeit für diese Übung an diesem Samstag geopfert haben und meinte dazu "Ihr habt das ganz hervorragend gemacht" Alles in allem, hat unter allen Beteiligten die Kommunikation und die Zusammenarbeit super geklappt. Hierbei ließ er es sich nicht nehmen den neuen Kreisbrandrat Christian Happach für seinen ersten Einsatz in dieser Größe in seiner Funktion zu Gratulieren. Auch der Pöttmeser Bürgermeister Franz Schindele dankte allen, und war froh, dass man eine Übung in der Größe in Pöttmes durchgeführt hatte. nur so sind wir für den Ernstfall gerüstet, so seine Kommentar.

Einen besonderen Dank galt an diesem Tag Kreisbrandinspektor Klaus Hartwig, der mit wenigen Leuten diese geballte Übung, mit allen Schikannen was man sich unter einer Katastrophe vorstellen kann, über ein halbes Jahr geplant und bis ins letzte Detail ausgetüftelt hatte.

Sollte Interesse an Bildern von der Übung bestehen, bitte Mail an:

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